Studium & Zukunft
Studienabbruch
Inhaltsverzeichnis
Welche Chancen haben Studienabbrecher?
aok-on fragte nach bei Uwe Logemann, Leiter der Personalabteilung der Allianz Versicherungs AG, Frankfurt am Main.
Was fällt Ihnen zum Thema Studienabbrecher ein?
"Die Situation, in der sich Studienabbrecher befinden, ist schwierig. Zum einen muss es schwerwiegende Gründe geben, die sie oder ihn dazu veranlasst haben, das Studium abzubrechen. Dies muss verarbeitet werden. Zum anderen stehen Abbrecher unter psychologischem und finanziellem Druck. Diese Situation kann aber auch neue Energien freisetzen: Man ist gezwungen, sich neu zu orientieren, Entscheidungen zu treffen und neue Wege zu gehen. Wer hier dynamisch zu Werke geht und Qualitäten zeigt, kann interessant für uns sein. Abbrecher sind in keinem Fall chancenlos."
Haben Studienabbrecher Chancen bei der Allianz?
"Studienabbrecher sind keine homogene Gruppe. Ob ein Studienabbrecher Chancen hat, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Im Moment haben wir Probleme, alle freien Sachbearbeiter-Stellen zu besetzen. Wir brauchen vor allen Dingen Versicherungskaufleute. Der Markt kann unseren Bedarf momentan nicht decken, auch unsere eigenen Auszubildenden reichen da zur Zeit nicht aus. Wenn sich in dieser Situation ein Studienabbrecher bei uns vorstellt, kann er durchaus Erfolg haben. Wer vor seinem Studium bereits eine solche Ausbildung zum Versicherungskaufmann genossen hat, hat gute bis sehr gute Chancen bei uns. Und wenn ein Studienabbrecher nicht älter als 25 Jahre alt ist, gibt es auch Chancen, bei uns einen Ausbildungsplatz als Versicherungskaufmann zu bekommen."
Welche Fächer sollte man studiert haben, um sich Chancen auszurechnen?
"Studierende aus den Fächern Jura, BWL, VWL oder Informatik haben bei uns in der momentanen Situation gute Möglichkeiten, wobei es bei Juristen keine Rolle spielt, ob sie ihr erstes Staatsexamen gemacht oder früher abgebrochen haben."
Wie sind die Aussichten in anderen Unternehmensbereichen?
"Unser Vertriebsaußendienst hat einen hohen Personalbedarf. Dort sind die Chancen besser als im Innendienst. Hier steht verkäuferisches Talent im Vordergrund, nicht das Studium."

