Foto: wdv/F.Blümler

Studium & Zukunft

Studienabbruch

Mehr als jeder fünfte Studierende bricht sein Studium ab. Die einen scheitern an den Anforderungen, andere können sich nicht motivieren oder haben Probleme mit der Finanzierung ... Aber was kommt dann?

Hilfe

aok-on sprach mit der Diplom-Soziologin Dagmar Kuchenbecker, Studienberaterin in der Zentralen Studienberatung der Johann-Wolfgang-Goethe Universität Frankfurt am Main:

Was empfehlen Sie Studierenden, die ihr Studium abbrechen wollen?

"Der Abschied von der Uni ist ein wichtiger Schritt, daher sollte diese Entscheidung gut überlegt und diskutiert werden. Wer Probleme hat, sollte das Beratungsangebot der Universität nutzen. In Gruppen- und Einzelgesprächen kann geklärt werden, ob ein Abbruch oder ein Studienfachwechsel sinnvoll ist. Immer wieder hören wir von Studenten, dass es gut tut, mit einer neutralen Person darüber zu reden."

Wann raten Sie zu einem Studienwechsel?

"Ein Wechsel ist dann angezeigt, wenn das eigene Interessengebiet ein anderes ist oder die Anforderungen zu groß sind. Unsere Aufgabe ist es, im Gespräch herauszufinden, was er/sie eigentlich lieber studieren möchte oder wo es wirklich hakt. Häufig ist nicht das Studienfach das Problem, sondern das Fehlen grundlegender Lern- und Arbeitstechniken. Nicht selten mache ich die Erfahrung, dass sich Studierende in diesem Fall vornehmen, es noch einmal ein Semester lang intensiv zu versuchen."

Wann sollte man die Entscheidung über Wechsel oder Abbruch treffen?

"Je früher man sich entscheidet, desto größer ist die Chance, etwas Neues aufzubauen. Das Problem über mehrere Semester mit sich herumzuschleppen, macht keinen Sinn. Allerdings sollte man sich Zeit geben, das Fach genauer kennen zu lernen."

Was raten Sie Abbrechern?

"Nicht den Kopf in den Sand stecken! Das Hochschulteam des Arbeitsamtes kann weiterhelfen. Dort werden regelmäßig Weiterbildungsbörsen angeboten, auch Spezialprogramme für Studienabbrecher und Quereinsteiger. Manchmal reicht zur Neuorientierung auch ein Praktikum oder ein Nebenjob. Die Arbeitslosigkeit ist jedenfalls bei Abbrechern nicht größer als bei Absolventen. Es gibt ein Leben nach dem Studienabbruch!"

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