Foto: wdv/D. Asbach

Studium & Zukunft

Karriere in der Wissenschaft

Wer wäre nicht gerne Professor oder Professorin? Immerhin locken ein hohes Prestige, interessante  Beschäftigungsfelder und eine gesicherte Beamtenstelle. Doch der Weg dorthin ist mit Stolpersteinen gepflastert. Wer sich für diesen Beruf interessiert, sollte daher wissen, was auf ihn zukommt.

Traumjob Professor

Sie werden geliebt und gefürchtet, sind überdurchschnittlich mit ihrem Berufsleben zufrieden und meist Beamte auf Lebenszeit. Kein Wunder, dass die Professur für viele angehende Akademiker ein Traum ist. Der Weg dahin ist allerdings lang und steinig: Im Durchschnitt dauert es nach dem Studium etwa 12 Jahre, bis alle Qualifikationen für die Bewerbung um eine Professur erbracht sind!

Nicht nur Geduld und Ausdauer sind gefragt. Professor ist ein Beruf, bei dem der fachliche wie persönliche Erfolg nur schwer vorhersehbar ist. „Es gibt keine klar vorgegebene Laufbahn in der Wissenschaft, das Berufungsverfahren ist auf die Bestenauslese ausgerichtet, die eigene Karriere kaum planbar”, sagt Matthias Jaroch vom Deutschen Hochschulverband. Verschiedene Wege können zur Professur führen: So hat sich neben der „klassischen” Habilitation, die in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern nach wie vor üblich ist, die Juniorprofessur als Qualifikationsweg etabliert. Häufig sind auch internationale Erfahrungen, spezielle zusätzliche Kenntnisse oder die Unterstützung durch einen bestimmten Mentor erwünscht.

„Das Motto einer wissenschaftlichen Karriere muss lauten: Der Weg ist das Ziel!”, weiß Gunta Saul-Soprun, die in ihrem Unternehmen Academic Consult den Nachwuchs berät. Der darf sich nicht davon abschrecken lassen, dass die Jobaussichten nicht gerade rosig sind: Stellen als wissenschaftliche Mitarbeiter sind rar und fast immer befristet, das Einkommen eher gering. Die Chance, später auf eine gut dotierte Professur berufen zu werden, ist von Fach zu Fach sehr unterschiedlich.

Im Jahr 2010 kamen auf rund 2,2 Millionen Studierende an Hochschulen und Universitäten 41.500 Professoren. Von den geplanten 6.000 Stellen für Juniorprofessoren wurden bislang lediglich 900 eingerichtet, von denen etwa zwei Drittel besetzt sind. Frauen haben es meist schwerer: Obwohl der Anteil der weiblichen Habilitanden 2010 bei über 24 Prozent lag, wurden bislang nur etwa 8.000 Professorinnen auf einen Lehrstuhl berufen.

Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland

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