Foto: wdv/J.Lauer

Beruf & Zukunft

Pendler im Stress

In Deutschland legen immer mehr Menschen weite Wege zu ihrem Arbeitsplatz zurück. Welche Auswirkungen hat das auf die Gesundheit? aok-on hat einen Experten befragt.

Pendeln hat Folgen

Dr. Steffen Häfner, Chefarzt der Deutschen Klinik für Integrative Medizin und Naturheilverfahren in Bad Elster, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Berufspendlern.

Herr Dr. Häfner, Sie haben sich in einigen Studien mit den gesundheitlichen Nebenwirkungen des Pendelns zum Arbeitsplatz befasst. Woher kommt Ihr Interesse am Thema? Pendeln Sie selbst?

Häfner: Ja, während meiner Berufstätigkeit bin ich immer wieder gependelt, sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zurzeit fahre ich an den Wochenenden von meinem Erstwohnsitz in Stuttgart zu meinem Arbeitsort in Bad Elster täglich von meinem Wohnort Stuttgart zu meinem Arbeitsort in Tübingen, das sind hin und zurück 830 km mit dem Auto bzw. 8 Stunden Fahrzeit. Am Rande bemerkt: Ich würde nicht nur von „Nebenwirkungen“ sprechen, eher von Auswirkungen.

Ab wann würden Sie jemand als Pendler bezeichnen?

Häfner: Ich bezeichne jemanden als Pendler, der täglich mehr als 45 Minuten für die Hin- oder Rückfahrt benötigt, also mehr als 1,5 Stunden pro Tag unterwegs ist. Dies hat sich auch in wissenschaftlichen Studien als sinnvolle Definition bewährt.

Warum nehmen zunehmend mehr Menschen einen immer längeren Weg zur Arbeit in Kauf?

Häfner: Berufsbedingt spielen Versetzungen bzw. Standortverlagerungen der Betriebe eine große Rolle. Auf dem Arbeitsmarkt sind Flexibilität und Mobilität gefragt. Dies kollidiert mit den privaten Verpflichtungen und Wünschen der Arbeitnehmer. Hier spielen der Arbeitsplatz des Partners, der Schulort der Kinder, Wohneigentum, Vereinsaktivitäten und Pflege bzw. Betreuung von Angehörigen eine wichtige Rolle. So driften Arbeitsort und Wohnort immer weiter auseinander, weil bevorzugte und preiswerte Wohngegenden sich nicht unbedingt in der Nähe von attraktiven Arbeitsplätzen befinden. Die Folge sind weite Anfahrten zur Arbeit.

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